Die Tiefen der Orthodoxie

Ein Interview mit Alain Durel von Tudor Petcu

 

 

 

 


1.) Die erste Frage, die ich Ihnen gerne stellen möchte, ist sehr einfach, aber wichtig genug, um Ihre spirituelle Persönlichkeit besser zu verstehen: Wie haben Sie die orthodoxe Spiritualität entdeckt? 

Ich kam aus einem atheistischen und antiklerikalen Milieu, einem jungen Comedian, der sensibel für die Schönheit und leidenschaftlich für den Surrealismus ist. Ich traf einen Einsiedler in Südfrankreich, der meine Augen für die spirituelle Dimension öffnete. Wegen meiner antichristlichen Konditionierung ging ich zuerst nach Indien, wo ich viele Aufenthalte machte und Yoga mit tollen Hindu-Meistern praktizierte. Paradoxerweise bereitete mich das heidnische Indien auf das Christentum vor. (Ich erzähle das alles ausführlich, insbesondere in der Verbotenen Halbinsel.) Nach meiner Rückkehr nach Frankreich dachte ich, ich sollte in ein Hindu-Kloster (Ashram) gehen, um ein Mönch des Ramakrishna-Ordens zu werden, als ich eine sehr mystische Erfahrung machte stark, der mich nach Griechenland und dann zum Berg Athos führte, wo ich die "Offenbarung" der Orthodoxie hatte. Ich lebte ein Jahr als Novize auf dem Berg Athos und ging dann mehrmals zurück.

2.) Was wäre für Sie die Einzigartigkeit oder vielmehr die Schönheit der Orthodoxie? Was bringt die Orthodoxie als Lebensstil interessant und neu?

Die Schönheit der Orthodoxie würde Hunderte von Büchern erfordern, um darüber zu sprechen, und wieder würden wir das Thema nicht erschöpfen! Um es kurz zu fassen, würde ich sagen, dass Spiritualität, Liturgie und Dogmatik ein und dasselbe sind. Mit anderen Worten, Theologie wird als Lob gelebt, Lob ist Theologie, Liturgie ist eine heilige Kunst, die die Schönheit vergrößert und den Geist zu Gott zurückbringt, ganz zu schweigen von dem Körper, der in der Orthodoxie eine entscheidende Rolle spielt. Es muss eine Praxis bleiben, eine Art zu leben, nachzudenken und zu lieben. Wenn sie legal oder politisch wird, verliert sie ihre Seele. Für mich sind die Menschen in Christus das Herz der Orthodoxie, sie liegen über den Normen der bürgerlichen Moral und zeigen, dass jeder religiöse Anspruch vergeblich ist. Der Schlüssel und die Demut und das Wohlwollen.

3. Orthodoxie wird normalerweise als Liebe zur Weisheit bezeichnet. Glauben Sie, dass diese Definition die beste ist, um die Orthodoxie zu verstehen? Was verstehen Sie unter Orthodoxie und wie kann man deren Tiefe entdecken? 

Es scheint mir, dass "Liebe zur Weisheit" die Definition von Philosophie ist. Für die Wüstenväter war das Klosterleben jedoch die wahre Philosophie. Weit entfernt von dem, was später wurde, war dies eine bloße und sterile intellektuelle Spekulation. Die Philosophie der Väter war und ist - besonders auf dem Berg Athos - eine Lebensform im Einklang mit dem vergöttenden Geist. Orthodoxie ist keine Moral, und ich würde noch weiter gehen und sagen, dass es keine Religion ist. Wie Pater Basile Gontikakis, der mein Hegumen auf dem Berg Athos war, gesagt hat: Orthodoxie ist wahres Leben. Es wird manchmal zu Recht gesagt, dass das zentrale Geheimnis der Orthodoxie die Vergöttlichung des Geschaffenen ist. Das ist wahr, aber wir dürfen Vergötterung nicht als eine Art "Übermenschlichkeit" betrachten: Der Heilige ist kein Übermensch! Vergänglichkeit bedeutet, die Liebe, die Gott für uns hat, in unser Herz zu integrieren und sie auf unsere menschlichen Brüder und die gesamte Schöpfung zurückzugießen. 

4.) Wie sollen wir die Beziehung zwischen Orthodoxie und Vernunft verstehen? Mit anderen Worten, was wäre der Platz, den die Vernunft in der Orthodoxie einnimmt? 

Der große Fehler des Westens bestand darin, auf die Vernunft zu setzen. So wird es allmählich zur Onologie, Theologie als spekulative Stiftungswissenschaft konstituiert. Gott wurde mit Sein oder Vernunft identifiziert. Für die griechischen Väter, deren Herangehensweise apophatisch ist, ist Gott jenseits der Vernunft, jenseits von Sein und Nichtsein, jenseits aller Repräsentation. Jedes Bild von Gott ist ein Idol, wie der hl. Gregor von Nyssa sagt. Es geht jedoch nicht darum, die Vernunft abzulehnen. Es hat seinen Platz in seiner eigenen Ordnung. Wie Pascal sagte: "Was ist vernünftiger als diese Verneinung der Vernunft"? Die Orthodoxie zeigt die Grenzen der Vernunft auf und verpflichtet uns, einen großen Sprung ins Jenseits zu machen. Die Vernunft muss zu ihrer eigenen Quelle, über den Verstand hinaus, in das tiefe Herz zurückkehren, wo die Gnade entspringt.

5.) Ein amerikanischer Theologe sagte, in der Orthodoxie könne jeder seine verborgene Heiligkeit entdecken. Wie verstehen Sie diese Aussage? 

Ja, das stimmt, aber ich glaube nicht, dass dies eine orthodoxe Besonderheit ist. Dies gilt auch für andere große Traditionen. Seine verborgene Heiligkeit zu entdecken bedeutet, unsere wahre Identität zu entdecken. Wir identifizieren uns mit unserem Ego, dem "Alten", von dem St. Paul spricht. In Wirklichkeit sind wir Kinder Gottes, Erben der Verheißung, geistig und geistig vereint mit Christus, der "eins mit dem Vater" ist. Unsere verborgene Heiligkeit ist nichts anderes als unser tiefes und wahres Sein: Wir sind, sagt Saint Paul, ein Geist mit Christus, bis zu dem Punkt, dass wir nicht mehr länger leben, sondern Christus in uns. 

6.) Ich würde es begrüßen, wenn Sie Ihre Perspektive auf die Beziehung zwischen der Orthodoxie und den sozialen Bedürfnissen des heutigen Menschen hervorheben könnten, denn es ist ein Thema, das meiner Meinung nach den Orthodoxen etwas bedeuten sollte. 

Sie haben recht, die Orthodoxie hat sich hauptsächlich mit der Kontemplation befasst, auch wenn sie niemals die sozialen Aktivitäten vergessen hat, wie dies manchmal im Westen vermutet wird. Ich glaube, dass die Orthodoxie davon profitieren würde, wenn sie sich noch mehr mit den verschiedenen Bewegungen des sozialen Handelns verbindet. Es scheint mir jedoch, dass es eine eigene Mission hat und durch das Vergessen in einer Art "zu menschlicher" Horizontalität verloren gehen könnte. Die Mission der Orthodoxie ist es, die Menschheit daran zu erinnern, woher sie kommt und wohin sie geht, um konkret die Gegenwart Gottes in der Welt, die Schönheit des Geistes, zu zeigen. Deshalb denke ich, dass es vor allem eine Schule der Kontemplation sein muss. Es ist notwendig, Caesar zu überlassen, was Caesar ist, und Gott das zu geben, was Gott ist. Wir hätten orthodox sein und ein guter Bürger seines Landes sein können. Die Rolle der Orthodoxie besteht nicht darin, Dinge zu tun, sondern durch Beispiele zu zeigen, dass man anders existieren kann. Kurz gesagt, für mich besteht die Mission der Orthodoxie darin, die Freude zu offenbaren, die von oben kommt und die jedoch tief in uns ist.
















Pe marți, 6 noiembrie 2018, Thomas Brodehl <thomas-brodehl@gmx.de> a scris:

Guten Abend. 
Unten finden Sie das Interview, um das Sie gebeten hatten. Ich hoffe, dass das so in Ordnung ist. Wenn Sie Fragen haben oder etwas problematisch ist, kann ich das gerne ändern. 
Mit besten Grüßen, 
Thomas Brodehl
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1.) Zuerst wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie ein wenig über Ihre spirituellen Erfahrungen sprechen könnten. Welche spirituellen Erfahrungen waren für Sie wichtig vor dem Kennenlernen der Orthodoxie? 

Meine Familie ist schon immer religiös gewesen, auch vor der Konversion zur Orthodoxen Kirche. Mir hat sich deshalb nie die Frage gestellt, ob es Gott gibt. Geglaubt habe ich das schon immer. Aufgewachsen bin ich in der evangelisch-lutherischen Kirche. Die Evangelische Kirche ist sehr frei in der Art, wie man seinen Glauben leben kann. Die Gemeinde, der ich angehörte, war allerdings sehr konservativ und stark liturgisch geprägt. Ausgerichtet war sie eigentlich eher an der katholischen Kirche. Auch einzelne Elemente aus der Orthodoxie tauchten auf. Vereinzelt gab es zum Beispiel Ikonen und auch aus dem liturgischen Gesang der Göttlichen Liturgie wurden manchmal einige Stücke gesungen. Wir konnten einfach Dinge, die uns besonders gefielen, in der Evangelischen Kirche aufgreifen und sie so integrieren, wie wir es schön fanden. In erster Linie ging es dabei um die Ausschmückung unserer Gottesdienste. 
Ich machte natürlich verschiedene Erfahrungen in der Kirche. Sie hatten oft einen spirituellen Charakter, aber aus meiner heutigen Perspektive würde ich sie eher als besonderes Erlebnis werten. Beispielsweise feierten wir unsere Gottesdienste in einer sehr großen und fast tausend Jahre alten Kirche. Auch heute ist es noch beeindruckend, diese Kirche zu betreten. Sie ist halb romanisch und halb gotisch gebaut aus altem Sandstein. Herausstechend waren für mich immer die Gottesdienste zu den Festen wie Ostern oder Weihnachten. Die Kirche war voller Menschen und die Gottesdienste waren mit Prozessionen, Kerzen und einer besonderen liturgischen Ausschmückung verbunden. Das hat mich beeindruckt. 
Schön war, dass ich in den Gottesdiensten Aufgaben hatte. Mein Großvater war Priester unserer Gemeinde und meine Mutter war Kirchenmusikerin und Chorleiterin der Gemeinde. Meine ganze Familie war lange sehr aktiv in der protestantischen Gemeinde und war in gewisser Weise der Kern. Wir hatten die Möglichkeit, die Gemeinde mitzugestalten. Auch meine Brüder und ich wurden in die Aufgaben der Gemeinde mit einbezogen. Wir sangen im Kirchenchor, übernahmen Aufgaben als Altardiener, trugen Gewänder und waren zu jedem Gottesdienst mit in der Kirche. Das machte mein kirchliches Leben lebendig und interessant. 
Als eine prägende spirituelle Erfahrung kann ich den Kirchengesang anführen. Seit ich sechs oder sieben Jahre alt bin, singe ich in Kirchenchören. In der Protestantischen Kirche haben wir Gesänge der Gregorianik und gelegentlich auch aus der Orthodoxen Liturgie gesungen. Der Gesang hat mich schon immer angesprochen und er führte irgendwie zu einer Vertiefung in der Beziehung mit Gott, auch wenn ich wenig von den Texten verstand, die wir sangen. Der Zugang zu Gott kam vor allem durch die Musik selbst.   
Die kirchliche Situation meiner Familie und des aktiven Kerns unserer Gemeinde wurde durch einen engen Zusammenhalt einer Gruppe aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen bestimmt. Hier war der Chor der ausschlaggebende Punkt. Zehn bis fünfzehn junge Menschen hielt er eng zusammen. Alle waren befreundet, auch außerhalb der Kirche. Vielleicht ist die Art von Freundschaft, die sich auf das Gemeinsame in der Kirche stützt, auch eine spirituelle Erfahrung. Für mich war es etwas Wichtiges. Der Freundeskreis war mir wichtiger als beispielsweise mein Freundeskreis in der Schule. 

Über unsere Gemeinde hinaus waren wir mit einem größeren Kreis an protestantischen und katholischen Freunden vernetzt, die kirchlich ähnlich ausgerichtet waren wie wir. Eine Gruppe hatte sich beispielsweise darauf spezialisiert, Pilgerfahrten zu organisieren, die durch ganz Europa gingen. Ich gehörte als Jugendlicher zu den Glücklichen, die diese Pilgerfahrten vollständig bezahlt bekamen. Meine Familie hätte sich die Teilnahme nicht leisten können. Aber glücklicherweise gab es immer Freunde und Bekannte, die die Fahrten für uns finanzierten, wofür ich sehr dankbar bin. 
Auf einer dieser Fahrten fuhren wir nach Italien und besuchten den heiligen Nikolaus in Bari, der später für meine Familie besonders wichtig wurde. Auf diesen Pilgerfahrten gab es viele Begegnungen und wir besuchten viele Heilige. Jeden Tag wurden die Stundengebete gehalten und man konnte sich in der Gruppe, die kirchlich ähnlich ausgerichtet war, über vieles unterhalten.

All diese Dinge haben sicherlich mein kirchliches Leben geprägt und vertieft. Und letztlich haben sie auch dazu geführt, dass ich mich mit der Kirche intensiver beschäftigte und meinen Weg in die Orthodoxe Kirche gefunden habe. 


2.) Wann haben Sie die Orthodoxie entdeckt und warum war dieses Kennenlernen so wichtig für die Entwicklung Ihres Lebens? Sprechen Sie bitte ein wenig über Ihre Konversion zur Orthodoxie auch.

Der Weg meiner Familie und auch mein Weg zur Orthodoxie sind kompliziert. Einen ersten Zugang zur Orthodoxen Kirche bekam ich durch meinen Vater, der schon in den 1980er Jahren Kontakt zur Serbischen Kirche in Hildesheim aufgebaut hatte. Die Orthodoxie interessierte ihn schon immer, er las Bücher und suchte nach einer gewissen Mystik und nach mehr, als er in der evangelischen Kirche finden konnte. 
In den 1990er Jahren ergab es sich, dass ein bulgarisches Kloster in der Nähe meiner Eltern mit deutschen Mönchen entstand. Hier fuhr mein Vater immer häufiger hin, bis er das Kloster jeden Sonntag und auch oft samstags besuchte. Nach einem Jahr wurde er dort getauft und in die Orthodoxe Kirche aufgenommen. Dieses Kloster besuchte ich als Kind und Jugendlicher auch häufig. 
Ein Jahr nach der Konversion meines Vaters wurden auch mein Onkel und seine Frau dort getauft. Ein weiterer Teil meiner Familie hatte also seinen Weg zur Orthodoxie gefunden. 
Für meine eigene Familie brachte die Konversion meines Vaters allerdings Probleme mit. Mein Vater war nun orthodox, meine Mutter protestantisch und meine Brüder und ich waren irgendwo dazwischen. Diese Situation führte zu familiären Spannungen, die über fast zehn Jahre anhielten. 
Aus verschiedenen Gründen schloss sich mein Vater nach einigen Jahren der serbischen Gemeinde in Hannover an, die sehr offen gegenüber Konvertiten ist. Gemeinsam mit meinem Vater besuchte ich auch diese Gemeinde immer häufiger. Dabei stand ich vor dem Konflikt, dass ich meinen Aufgaben in der evangelischen Kirche nicht nachkommen konnte. Dankenswerterweise ließ mir meine Mutter die Freiheit, selbst zu entscheiden, in welche Kirche ich gehen wollte. Schließlich besuchte ich die serbische Gemeinde regelmäßig. Gleichzeitig hatte ich meine Schule abgeschlossen und suchte einen passenden Platz für mein Studium. Dieser Platz ergab sich durch verschiedene Aspekte: Mein Onkel und seine Frau waren in der Zwischenzeit in die Nähe eines anderen Klosters in Deutschland bei Limburg gezogen und gingen dorthin zur Göttlichen Liturgie. Dort hatte ich durch Besuche bereits die Mönche kennengelernt. Das Klosterleben zog mich irgendwie besonders an, obwohl die langen Gottesdienste sehr anstrengend waren. Da der Abt des Klosters aus der Schweiz kommt und ein weiterer deutscher Mönch bei ihm war, hatte ich durch die gleiche Sprache einen leichten Zugang zu den Gottesdiensten. Ab und zu durfte ich auch dort im Chor mitsingen oder in den Nachtwachen lesen. 
In der folgenden Zeit ergab es sich, dass ich einen Studienplatz in Mainz bekam. Mainz liegt etwa eine Autostunde von dem Kloster entfernt. Gleichzeitig bot sich die Möglichkeit, mich direkt in Mainz einer deutschsprachigen orthodoxen Gemeinde anzuschließen, die der russischen Kirche angehört. Deutschsprachige Gemeinden sind bis heute eine große Ausnahme, da die orthodoxen Landeskirchen natürlich ihre eigene Sprache verwenden und es kaum deutsche Priester gibt. Ich ging also für das Studium nach Mainz und hatte den Vorteil, dass ich gleichzeitig in der Nähe des Klosters sein konnte. 

Schon bevor ich mein Studium aufnahm, war für mich deutlich geworden, dass ich zur Orthodoxie konvertieren würde. Dies behielt ich jedoch vorerst nur für mich. Dabei kann ich nicht genau sagen, was der ausschlaggebende Punkt war, zu konvertieren. Es war eher ein Gefühl, das Richtige zu tun. Die Orthodoxie erschien mir echt und authentisch. Es war nicht konstruiert, sondern natürlich. Hinzu kam die Schönheit des Gesangs, der Kirchen und der Liturgie. Gleichzeitig stellten sich aber auch Fragen zu theologischen und praktischen Dingen. Das hatte zur Folge, dass ich in gewisser Weise das infragestellte, was ich in der protestantischen Kirche gelernt und gelebt hatte. Obwohl ich in der Orthodoxen Kirche nicht sofort eine Antwort auf meine Fragen bekam, schien es mir richtig zu sein, zu konvertieren. Irgendwie drängte es mich dazu, diesen Schritt zu tun. 
Mein älterer Bruder war ein Jahr vor meinem Studienbeginn nach Stuttgart gegangen, um dort sein Kunststudium vorzubereiten. Dort schloss er sich der Gemeinde des heiligen Nikolaus an, die der russischen Auslandskirche angehört. Allerdings konvertierte er nicht. Erstaunlicherweise bekam er gleichzeitig mit mir auch einen Studienplatz in Mainz. Als diese Rahmenbedingungen feststanden, entschloss ich mich, den Abt des Klosters, Vater Basilius, um die Aufnahme in die Orthodoxe Kirche zu bitten. Meinen Eltern sagte ich, dass ich für ein paar Tage meinen Onkel besuchen würde. Nur meinen älteren Bruder weihte ich in mein Vorhaben ein, da ich jeder Diskussion aus dem Weg gehen wollte. Auch meinem Onkel sagte ich nichts. Als ich mit meinem Bruder gesprochen hatte, entschied er sich, mich zu begleiten und ebenfalls zu konvertieren. Wir fuhren also zu meinem Onkel und gingen zu einem Abendgottesdienst in das Kloster und sprachen im Anschluss mit Vater Basilius, der uns nach kurzem Gespräch als Katechumenen aufnahm. 
Allerdings hatten mein Bruder und ich noch einen langen Weg vor uns. Auf unsere Taufe warteten wir vier Jahre. In diesen vier Jahren waren wir in der Gemeinde in Mainz aktiv im Chor und in der Gemeindearbeit und besuchten häufig das Kloster bei Limburg. Nach dieser Wartezeit wurden mein Bruder und ich zum Festabschluss von Ostern in der Lahn, einem kleinen Fluss, der an dem Kloster vorbeiführt, getauft.
Schon die Aufnahme als Katechumene hatte Auswirkungen auf meine Familie. Meine Mutter begann nun ebenfalls, sich mit dem Gedanken einer Konversion anzufreunden und wurde nach einem Jahr mit meinem kleinsten Bruder in Hannover in der serbischen Gemeinde aufgenommen. Unser zweitjüngster Bruder folgte ein Jahr später. Somit war meine Familie vollständig zur Orthodoxen Kirche konvertiert. 
Aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass der Weg in die Orthodoxie die wichtigste Entscheidung war und viel in meinem Leben und in dem Leben meiner ganzen Familie verändert hat. 
Aber die Konversion brachte auch Schwierigkeiten mit. Zum Teil verstanden die Menschen, mit denen wir in der protestantischen Kirche viel zu tun hatten, unsere Entscheidung für die Orthodoxie nicht. Die Kontakte wurden weniger und einige Freundschaften haben sich mit der Zeit auseinandergelebt. In der Orthodoxen Kirche begegnete uns zuerst das Problem der Sprache. Die meisten Gemeinden in Deutschland verwenden ihre Landessprache für die Gottesdienste, die wir nicht verstanden. Das macht es schwierig, die Gottesdienste zu verstehen und mitzuverfolgen. Für meinen Bruder und mich war es in Mainz einfacher, denn die Gottesdienste waren zum Großteil auf deutsch. Für meine Eltern war es jedoch vor allem am Anfang schwer, den Gottesdiensten, die man nicht versteht, zu folgen. Hinzu kommt, dass man sich plötzlich in einer neuen kulturellen Umgebung befindet und sich damit zurechtfinden muss. Die nationale Prägung der Gemeinden in Deutschland und die Sprachschwierigkeiten sind aus meiner Sicht ausschlaggebend dafür, dass so wenige Deutsche einen Zugang zur Orthodoxen Kirche finden. 

3.) Was können Sie über die Einzigartigkeit der Orthodoxen Spiritualität sagen oder, besser gesagt, über ihre Schönheit?

In den Jahren, in denen ich zur Orthodoxen Kirche gehöre, hat sich das Verständnis der Kirche und auch das der Gottesdienste geändert. Zu Beginn hat mich die Schönheit der Kirchen, des Gesangs, der Ikonen und des Weihrauchs beeindruckt. Alles zusammen ergibt einen gewissen mystischen Charakter, den man in den westlichen Kirchen nicht hat. Hat man einen Sinn für diese Dinge, dann wird man geradezu erschlagen von der Schönheit und Lebendigkeit der Gottesdienste. Als ich noch bei den Serben in Hannover war, hatte ich das Glück, einen wirklich guten Chor zu hören.  Chöre sind aus meiner Sicht äußerst wichtig für die Gebetsatmosphäre.
Später hatte ich in Mainz von der ersten Liturgie an die Möglichkeit, im Chor mitzusingen. Nach drei Jahren wurde ich dort Chorleiter und konnte somit in gewisser Weise die Gottesdienste Mitgestaltung durch die Stücke, die wir sangen und durch die Art, wie wir sie sangen. Ich hatte also die Möglichkeit, die Schönheit der Gottesdienste an ganz zentraler Stelle mitzugestalten. Hier hat mir meine Chorerfahrung aus früherer Zeit viel geholfen. Ich bin kein Kirchenmusiker, deshalb war es schwer, einen Chor zu leiten und ich musste einiges an Zeit dafür investieren. Aber der Gedanke, etwas Größeres mitzugestalten und eine Gebetsatmosphäre für die Gemeinde zu schaffen und die Schönheit der Gottesdienste herauszuarbeiten, war eine großartige Sache. 
Durch die Chorarbeit hat sich im Laufe der Zeit ein neuer Blickwinkel für die Gottesdienste ergeben. Heute möchte ich behaupten, dass die orthodoxen Gottesdienste eine mehrdimensionale Schönheit haben. Auf der einen Seite gibt es die äußere Schönheit, das ist z.B. die Art, wie schön ein Priester zelebrieren kann oder wie gut ein Chor singt. Diese äußere Schönheit kann wichtig für den Zugang zu den Gottesdiensten sein. Aber es gibt auch eine Schönheit, die auf dem Verständnis der Gottesdienste beruht. Durch die Chorarbeit habe ich viel über die Gottesdienste gelernt, da man sich auch mit den liturgischen Texten auseinandersetzen muss. Die Gewohnheit führt manchmal dazu, dass man über die Texte im Gottesdienst hinweghört. Im Chor muss man jedoch genau hinschauen, was dort eigentlich steht und das führt zu einer Vertiefung der Gottesdienste. Dabei habe ich mir immer die Frage gestellt, welche Bedeutung hinter den Texten und den Abläufen der Gottesdienste steckt. Was bedeutet zum Bespiel der kleine Einzug mit dem Evangelium in der Göttlichen Liturgie? Es ist für mich sehr hilfreich, diesen Dingen nachzugehen und mich damit auseinanderzusetzen. Erst mit dieser Auseinandersetzung beginne ich, die Gottesdienste zu verstehen und zu erleben. Das ist für mich die schönste Schönheit, nämlich die Gottesdienste erleben zu können in dem, was man sieht und in dem, was man nicht sieht. Was geschieht beim kleinen Einzug? Der Priester kommt mit dem Heiligen Evangelium aus der Seitentür des Altarraums und geht durch die Königliche Tür wieder hinein. Das ist das, was wir sehen. Schaut man sich die Priestertexte des kleinen Einzugs an, dann wird das Verständnis der Handlung schon besser. Der Priester betet darum, dass mit unserem Einzug auch heilige Engel einziehen, die mit uns die Liturgie gemeinsam vollziehen und Gottes Güte preisen. Versucht man nun noch, den Ritus des Einzugs zu erklären, dann kommt man darauf, dass der Einzug eigentlich ein Einzug in die Kirche ist. Die Gläubigen haben sich früher von ihrem Zuhause auf den Weg zur Kirche gemacht und dabei Psalmen gesungen. Das sind unsere heutigen Antiphonen zu Beginn der Liturgie. Der Kleine Einzug ist der Einzug der Gläubigen in die Kirche. Und Ihnen voran geht das heilige Evangelium, das Wort (Logos), also Christus selbst. Christus zieht mit uns in die Kirche ein und wir bitten darum, dass uns Engel dabei begleiten, während der Chor singt: Kommt, lasst uns anbeten und niederfallen vor Christus! Das zu erleben und es mitzuvollziehen ist die Schönheit und Erhabenheit der Liturgie. Es ist etwas wirklich Großes. Wir sind bei Christus, was wollen wir mehr? Der kleine Einzug ist aber nur ein einzelnes Element der Liturgie. So wie beim kleinen Einzug gibt es überall in der Liturgie ein tiefgehendes Verständnis. Hier stehe ich noch am Anfang des Verständnisses, aber ich denke, dass es sich lohnt, über das Gewohnte in den Gottesdiensten hinauszuschauen und sich mit ihnen tiefer auseinanderzusetzen. Es lohnt sich, weil man ein Stück der Wahrheit näherkommt, das heißt Christus selbst, der die Wahrheit ist. 
Darin zeichnet sich auch die Einzigartigkeit der Orthodoxen Kirche aus, die in ihrem Wesen begründet ist. Sie ist der Leib Christi. 

4.) Wer ist der wichtigste Orthodoxe Heilige für Sie und warum? 

Wie ich schon erwähnt habe, habe ich, als ich noch zur protestantischen Kirche gehörte, mit meinem großen und kleinen Bruder und meiner Mutter an einer Pilgerfahrt teilgenommen, die unter anderem nach Bari zum heiligen Nikolaus führte. Als wir in Bari waren, gingen wir in die Kirche des heiligen Nikolaus. Zufälligerweise fand in der Krypta gerade eine Liturgie der russischen Gemeinde statt, die dort eine kleine Seitenkapelle hat. Eine Frau sang dort alleine die Liturgie, in der Gemeinde waren vielleicht zehn Menschen. Da wir schon etwas Erfahrung mit der orthodoxen Kirchenmusik hatten, kannten wir die Melodie des Cherubischen Hymnus vor dem großen Einzug und begannen aus der Gemeinde heraus mitzusingen. Aus einem einstimmigen Gesang wurde plötzlich ein vierstimmiger. Das machte die Sängerin offensichtlich nervös, denn sie versuchte von ihrem Platz aus ständig in die Gemeinde zu schauen, um zu sehen, wer mitsang. Leider konnten wir nicht bis zum Ende der Liturgie bleiben, da wir an den Zeitplan unserer Gruppe gebunden waren. Wir kauften noch etwas von dem Myron, das aus den Gebeinen des Heiligen Nikolaus fließt und fuhren weiter. Es war ein besonderes Ereignis, das mir gut in Erinnerung geblieben ist. Bis zu unserer Konversion zur Orthodoxen Kirche bliebt der heilige Nikolaus jedoch vorerst im Hintergrund, auch wenn ich davon ausgehe, dass er unseren Weg in die Orthodoxie begleitet hat. 
Erst mit der Konversion meiner Mutter in die Orthodoxie wurde der heilige Nikolaus für meine Familie besonders wichtig. Zwar hatten wir ihn vorher schon als großen Heiligen geehrt, aber jetzt wurde er Patron meiner Familie. In der serbischen Kirche gibt es die Tradition der Slava. Sie ist ein besonderes Fest zu Ehren des Heiligen, den eine Familie für sich gewählt hat. Jede serbische Familie hat einen Heiligen, den sie besonders verehrt. Wir hatten jedoch keinen. Ohne weitere Diskussion in der Familie erklärte meine Mutter den heiligen Nikolaus zu unserem Familienpatron. Jetzt feiern wir jedes Jahr sein Fest nach der serbischen Tradition und ehren den heiligen Nikolaus besonders. Ich bin mir sicher, dass wir ihm viel auf unserem Weg zur Orthodoxie und bis heute verdanken. Er ist der Fürbitter für unsere Familie geworden. 

Neben dem heiligen Nikolaus sind speziell für mich die Heiligen aus Deutschland wichtig geworden. Viele wissen nicht, dass Deutschland eine orthodoxe Vergangenheit hat. In den südwestlichen Gebieten Deutschlands entstanden die ersten Gemeinden schon im 3. Jahrhundert. Beispielsweise hatte die Kaiserin Helena in Trier einen Palast und lebte dort zeitweise. Zu dieser Zeit gab es dort eine Gemeinde. Bis ins 8. Jahrhundert hinein wurde Deutschland missioniert. Dann änderte sich unter Karl dem Großen langsam das kirchliche Leben und auch die Theologie. Er ließ das Glaubensbekenntnis ändern, lehnte die Verehrung von Ikonen ab und setzte den damals noch orthodoxen Papst von Rom kirchenpolitisch stark unter Druck. Ab Karl dem Großen gab es also bedeutende Abweichungen sowohl zur Orthodoxen Theologie als auch zur Lebenspraxis. Diese Entwicklung führte sich fort, bis es im Jahr 1054 zur Spaltung der Kirche zwischen Rom und den anderen Orthodoxen Patriarchaten kam. Für Deutschland kann man behaupten, dass es die ersten acht Jahrhunderte das Orthodoxe Christentum angenommen hatte. Heute wird kaum noch über diese Zeit gesprochen und die Heiligen geraten in Vergessenheit. Deshalb habe ich versucht, die frühen Heiligen bis zum Jahr 800 aufzuschreiben und ihre Lebensgeschichten zu veröffentlichen. Bisher liegen mir etwa 330 namentlich bekannte Heilige vor, die zur frühen Kirchengeschichte in Deutschland und damit auch zur Orthodoxen Kirche gehören. Es ist wichtig, dass wir wieder anfangen, diese Heiligen zu ehren und ihre Feste zu feiern. Ein befreundeter Priester hat mir einmal gesagt, dass die Heiligen besonders auf das Land achten, in dem sie gelebt haben. Glücklicherweise werden auch wieder Ikonen dieser Heiligen gemalt. Für die Gemeinde in Mainz haben wir eine neue Ikone mit den Heiligen der Stadt Mainz malen lassen. Sie ist wunderschön geworden und zeigt sechzehn Heilige, die in Mainz gelebt haben. Es sind Bischöfe, Martyrer, Priester, Nonnen und eine Äbtissin. Auch ein eigenes Fest für diese Heiligen ist eingerichtet worden. Das ist eine gute und wichtige Sache. Gerade in dem unchristlichen Land Deutschland können wir die Fürbitte der Heiligen gut gebrauchen!

5.) Glauben Sie, dass die Orthodoxe Ikone ein Träger der Christlichen Lehre ist und wenn warum?

Wir haben in der Orthodoxen Kirche eine große Fülle an Ikonen. Ohne Ikonen kann man sich kaum einen Orthodoxe Kirche vorstellen. Ikonen begleiten uns ständig. Zuhause, im Auto, auf der Reise. Ikonen sind aber nicht nur schöne Bilder, sie sind die sichtbare Verkündigung der Kirche. Oft finden sich in der Kirche Fresken mit Szenen aus der Heiligen Schrift. Sie zeigen uns das, was wir im Evangelium hören. Somit sind sie ein Teil der Verkündigung des Evangeliums. 
Zudem bieten Ikonen die Möglichkeit, sich intensiver in Beziehung zu setzen mit den Heiligen, die dargestellt sind. Wir können vor einer Ikone eine Kerze anzünden und ein Gebet sprechen. Wir nutzen sozusagen die Heiligen als Vermittler bei Gott. Wenn wir die Heiligen um etwas bitten, ist das immer auf Christus ausgerichtet. Die Heiligen haben eine besondere Beziehung zu Gott und Sie bitten ständig für uns bei Gott. Durch eine Ikone eines Heiligen können wir diese Beziehung intensivieren. Aber wir beten die Heiligen nicht an, sondern wir ehren den dargestellten Heiligen und letztlich Gott selbst, der die Ursache der Heiligkeit ist. Somit ist jede Ikone eigentlich eine Christusikone, weil die Ausrichtung immer auf Gott hin stattfindet.  

6.) Was können Sie über den Unterschied zwischen Ihnen als Heterodoxer und Ihnen als Orthodoxer sagen?

Ich habe zu Beginn schon darüber gesprochen, dass ich auch als Heterodoxer an Gott geglaubt habe. Aber sowohl die kirchliche Praxis als auch die Theologie hinter dem Glauben haben sich nach meiner Konversion grundlegend geändert. Als Heterodoxer bin ich zur Kirche gegangen und war dort engagiert. Zwar tat ich das auch aus eigenem Antrieb, aber mein kirchliches Leben war im Vergleich zu heute recht einfach und vielleicht sogar oberflächlich. In der protestantischen Kirche gab es keine richtige Hilfestellung, keine wirkliche Anleitung, wie man das eigene Leben auf Gott ausrichtet. Ich tat das, was alle taten und damit waren auch alle zufrieden. Man hatte also grundsätzlich selber in der Hand, wie man die Beziehung zu Gott gestalten und leben wollte. In der protestantischen Kirche ist die Annahme sehr verbreitet, dass Gott alles akzeptiert, was ich tue und mir vorstelle. Gott wird häufig nur als der „liebe Gott“ verstanden. Diese Annahme reduziert Gott jedoch. Und diese Annahme reduziert auch das Verhältnis zu Gott, denn wenn Gott alles akzeptieren soll, was ich tue, dann brauche ich mich nicht anzustrengen, dann brauche ich nicht an mir zu arbeiten, um meine Beziehung mit Gott zu vertiefen. Dann ist das Ziel nicht die Vergöttlichung des Menschen, sondern nur eine Beruhigung meines eigenen Gewissens. Es ist keine wirkliche Ausrichtung auf Gott, sondern eigentlich eine Ausrichtung auf mich selbst. 
Die Orthodoxe Kirche ist an dieser Stelle ganz anders. Alles ist auf Gott ausgerichtet. Die Teilnahme an den Heiligen Mysterien, das Fasten, die Beichte und alles, was zum Orthodoxen Leben dazugehört, ist ausgerichtet auf die Vergöttlichung des Menschen. Der Mensch soll in der Kirche eine Hilfestellung erhalten, um sich auf Gott auszurichten. 
Allerdings habe ich das als Konvertit lange Zeit nicht verstanden. Ich habe ein sehr protestantisches Denken mit in die Orthodoxe Kirche gebracht. Im Vordergrund stand nicht die Frage, was für das Heil der Seele gut ist. Im Vordergrund stand der Gedanke, dass ich endlich alles richtig machen wollte. Und das äußert sich eben zuerst darin, dass man sich in einer sehr oberflächlichen Weise an das Formale der Kirche hält. Also werden plötzlich formale Regeln wichtig und man fragt nicht nach dem Sinn der Regeln. Das Schlimme ist, dass man plötzlich meint, dass man alles besser weiß und sich sehr schnell ein Urteil über andere bildet. Der heilige Seraphim Rose hat über diese Krankheit der Konvertiten eine Abhandlung geschrieben, die das Problem gut analysiert. Das Grundproblem bei dieser Krankheit ist, dass man auf der einen Seite schnell mit einem Urteil über andere dabei ist und auf der anderen Seite noch keinen Sinn dafür hat, was in Bezug auf Christus richtig oder falsch ist. Die Ökonomie fehlt. Das Zentrale, nämlich die Ausrichtung auf Gott und die Frage danach, was für das Seelenheil gut ist, stellt sich noch nicht. Als frischer Konvertit hatte ich nicht verstanden, worauf es ankommt. 
Das Bewusstsein für dieses Problem kam erst mit der Zeit. Besonders hilfreich dafür war es, verschiedene Orthodoxe Kirchen zu besuchen, die verschiedenen Gebräuche der orthodoxen Landeskirchen kennenzulernen und zu sehen, wie die Orthodoxie gelebt wird. 
Die Orthodoxe Kirche hat bei mir also zuerst zu einer geistigen Krise geführt, in der das Eigentliche hinter dem Formalen zurückgetreten ist. Bis heute ertappe ich mich immer wieder bei dieser Konvertiten-Krankheit und muss mir bewusst machen, worum es eigentlich geht. Meine Konversion hat also nicht automatisch auch dazu geführt, dass ich ein besserer Christ geworden bin. Aber die Rahmenbedingungen haben sich natürlich geändert. Ich lebe heute bewusster als Christ und weiß, dass die Orthodoxe Kirche die Wahrheit ist. 

 

 

 

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INTERESSANTES UND WISSENSWERTES

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Im Glossar finden Sie wichtige Fachbegriffe, die für das Verständnis der Gottesdienste hilfreich sein können.

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Der Schmale Pfad. Orthodoxe Quellen und Zeugnisse. Vierteljährlich erscheinende Schriftensammlung mit Materialien zum orthodoxen Christentum, herausgegeben von Johannes Alfred Wolf.

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Eine Klosterkirche entsteht. Der Klosterhof der Spyridon-Skite baut in Unterufhausen eine Klosterkirche zu Ehren der Verkündigung und des hl. Justin von Celije. Spenden für den Kirchbau werden erbeten.

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Paterikon

"Paterikon" - eine Kinderbuchreihe des Potamitisverlags, die in verschiedenen Sprachen erhältlich ist und kleine Geschichten aus dem Buch der Väter, der Heiligen und aus dem Kirchenjahr vorstellt.

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