Hl. Ignatij Brjantschaninov

Predigt zum Sonntag der Orthodoxie (erster Sonntag der Großen Fasten)
Über die Orthodoxie

 

 

 

Mit freundlicher Genehmigung des Klosters des hl. Hiob von Počaev veröffentlicht.
Im Original erschienen in: Bote 2000, 1

Geliebte Brüder! Zu Beginn unserer Predigt zum Sonntag der Orthodoxie soll natürlich die Frage stehen: was ist Orthodoxie?
Orthodoxie ist wahrhaftige Gotteserkenntnis und Gottesverehrung; Orthodoxie ist die Verehrung Gottes in Geist und Wahrheit; Orthodoxie ist Verherrlichung Gottes durch die wahre Erkenntnis und die Verehrung Ihm gegenüber; Orthodoxie ist Verherrlichung des Menschen durch Gott, des Menschen als wahrem Diener Gottes, durch die Verleihung des Allheiligen Geistes. der Geist ist die Herrlichkeit der Christen (Jo. 7, 39). Wo der Geist nicht ist, ist auch keine Orthodoxie.
Keine Orthodoxie ist in den menschlichen Lehren und Gedankenkonstruktionen: in ihnen herrscht der Lügengeist – die Frucht des Falls. Die Orthodoxie ist die Lehre des Heiligen Geistes, von Gott den Menschen zur Rettung geschenkt. Wo die Orthodoxie nicht ist, da ist auch keine Rettung. “Der das Heil wünscht, der muß sich zuvörderst an den allumgreifenden Glauben halten, denn wer diesen nicht einhält, der wird ohne jeglichen Zweifel auf ewig ins Verderben gestürzt” (Glaubensbekenntnis des Hl. Athanasios d. Gr., des Patriarchen von Alexandrien. Psalter mit Abfolge).
Kostbarer Schatz – Lehre des Heiligen Geistes! Sie wird uns in der Heiligen Schrift überliefert und in der Heiligen Überlieferung der Orthodoxen Kirche. Kostbarer Schatz – Lehre des Heiligen Geistes! Sie enthält den Unterpfand unserer Rettung. Kostbar und unersetzlich, mit nichts vergleichbar für jeden von uns unsere selige Teilhabe an der Ewigkeit; ebenso kostbar, ebenso jeden Preis übersteigend und das Unterpfand unserer Seligkeit – die Lehre des Heiligen Geistes.
Um uns dieses Unterpfand zu bewahren, zählt die Heilige Kirche heute laut vor aller Ohren die Lehren auf, die vom Satan geboren und vertreten werden, die ein Ausdruck der Feindschaft gegen Gott sind, die unserer Rettung zuwiderlaufen, die uns ihrer berauben. Wie reißende Wölfe, wie todbringende Schlangen, wie Räuber und Mörder deckt die Kirche diese Lehren auf, bewahrt uns vor ihnen, ruft die davon zur Verderbnis in die Irre Geführten zu Sich, und überantwortet dem Anathema diese Lehren und diejenigen, die starr an ihnen festhalten.
Mit dem Wort Anathema wird der Ausschluß, die Abwendung bezeichnet. Wenn die Kirche irgendeine Lehre dem Anathema überantwortet, dann bedeutet dies, daß diese Lehre die Schmähung des Heiligen Geistes enthält, und für die Rettung abgelehnt und verworfen werden muß so wie Gift für die Nahrung. Wenn ein Mensch dem Anthema überantwortet wird, bedeutet das, daß dieser Mensch sich unwiderruflich eine gotteslästerliche Lehre zu eigen gemacht hat, dadurch sich selbst und diejenigen unter seinen Nächsten, denen er seine Dankart mitteilt, des Heils beraubt. Wenn jemand beabsichtigt, eine gotteslästerliche Lehre aufzugeben, und die Lehre anzunehmen, die die Orthodoxe Kirche bewahrt, so muß er nach den Regeln der Orthodoxen Kirche die Irrlehre dem Anathema überantworten, der er bisher anhing, und die ihn dem Verderben preisgab, indem die ihn von Gott entfremdete und in Feindschaft zu Gott hielt, in Lästerung des Heiligen Geistes, in der Gemeinschaft mit dem Satan.
Die Bedeutung des Anathema ist die Bedeutung geistlicher, kirchlicher Heilung von einer Erkrankung des menschlichen Geistes, die den ewigen Tod hervorbringt. Ewigen Tod bringen alle menschlichen Lehren hervor, die ihre Geisteshaltung, die aus dem lügnerischen Verstand entspringen, aus fleischlichem Sinnen, dieses allgemeinen Erbes gefallener Geister und Menschen, in die von Gott offenbarte Lehre von Gott einbringen. Menschliches Sinnen, das in die christliche Glaubenslehre eingeführt wird, heißt Häresie, und das Bekenntnis dieser Lehre – Irrlehre (Klimax, Kap. 1).
Der Apostel rechnet zu den fleischlichen Dingen auch Häresien (Gal. 5, 20). Sie gehören zu den fleischlichen Dingen nach ihrer Quelle, fleischlichem Denken, welches ist – der Tod (Röm. 8, 6.7). Sie gehören zu den fleischlichen Dingen gemäß ihren Folgen. Sie entfremden den menschlichen Geist von Gott und binden ihn an den Geist Satans gemäß seiner Hauptsünde – der Gotteslästerung, sie unterwerfen ihn der Sklaverei der Leidenschaften, als einen von Gott verlassenen, als einen, der seiner eigenen gefallenen Natur überlassen ist. Ihr unvernünftiges Herz ist verfinstert, sagt der Apostel von den Weisen, die sich von der wahren Gotteserkenntnis abwenden: Sie nennen sich weise, sind aber betört, sie verwandelten die Wahrheit Gottes in Lüge: Darum hat sie Gott auch dahingegeben in schändliche Lüste (Röm. 1, 21. 22. 25. 26). Als unehrenhafte Leidenschaften werden die verschiedenen unzüchtigen Leidenschaften bezeichnet. Das Verhalten der Häresiarchen war unzüchtig: Appolinarius hatte ein ehebrecherisches Verhältnis (Vita des hl. Ephraim des Syrers), Eutychios war besonders der Leidenschaft der Geldgier verhaftet (Kirchengeschichte Fleuri, t. 2, B. 37, Kap. 28), Arius war bis zur Unwahrscheinlichkeit unsittlich. Als man seinen Gesang, die Talia, auf dem Ersten Ökumenischen Konzil in Nicäa zu verlesen begann, verschlossen die Väter ihre Ohren, weigerten sich diese schamlosen Worte zu hören, die einem frommen Menschen niemals in den Sinn kommen konnten. Die Talia wurde verbrannt. Zum Glück für das Christentum wurden alle Exemplare vernichtet: überliefert ist die historische Nachricht, daß dieses Werk von unzähmbarerer Unsittlichkeit geprägt war (ibid. t.1, Buch 10, Kap. 36 und Buch 11). Der Talia ähneln viele Werke neuerer Häresiarchen: sie enthalten schreckliche Gotteslästerung verbunden und vermischt mit den Ausdrücken furchtbarer menschlicher Unsittlichkeit und Blasphemie. Selig sind die, die niemals solche Auswürfe der Hölle gehört oder gesehen haben. Bei ihrer Lektüre tritt die Verbindung des Geistes der Häresiarchen mit dem Geist Satans deutlich zutage. Die Häresien wurden als fleischliche Werke, als Frucht fleischlichen Denkens, von den gefallenen Geistern erfunden. “Fliehet die gottlosen Häresien, sagt der heilige Ignatius der Gottesträger, denn sie sind teuflische Erfindungen, von dieser grundbösen Schlange” (1. Sendschreiben an die Grallianer). Darüber braucht man sich nicht zu wundern: die gefallenen Geister sind von der Höhe der geistlichen Würde herabgestiegen; sie sind mehr als die Menschen in fleischliches Sinnen verfallen. Die Menschen besitzen die Möglichkeit, vom fleischlichen Sinnen zum geistlichen überzugehen; die gefallenen Geister sind dieser Möglichkeit entblößt. Die Menschen sind nicht solch starkem Einfluß der Sinnlichkeit unterworfen, weil in ihnen das natürliche Gute nicht durch den Fall zerstört ist, wie in den Geistern. In den Menschen ist das Gute mit dem Bösen vermischt und deswegen verrroht; in den gefallenen Geistern herrscht und wirkt allein das Böse. Die Sinnlichkeit hat in den Geistern die breiteste, vollständigste Ausprägung erfahren, die sie nur erlangen kann. Ihre Hauptsünde ist der erbitterte Haß gegen Gott, der in schrecklicher, unaufhörlicher Gotteslästerung zum Ausdruck kommt. Sie setzen sich in ihrem Stolz über Gott Selbst hinweg. Den jedem Geschöpf eigenen Gehorsam gegenüber Gott verwandelten sie in ununterbrochen Widerstand, in unversöhnliche Feindschaft. Daher ist ihr Fall tief, und die Wunde des ewigen Todes, mit der sie geschlagen sind, unheilbar. Ihre wesentliche Leidenschaft ist der Stolz; sie werden von abscheulicher und dummer Eitelkeit beherrscht; sie finden Ergötzung in allen Arten der Sünde, verweilen stets in ihnen, schreiten von einer Sünde zur nächsten. Sie winden sich in Geldgier und in Freßsucht und in Ehebruch. (Hl. Ignatius der Gottesträger. Sendschreiben an die Philipper). Ohne die Möglichkeit zur leiblichen Erfüllung körperlicher Sünden vollbringen sie diese in Träumerei und Gefühlen; sie erlangten für die körperlose Natur Laster, die dem Körper eigen sind; sie entwickelten in sich diese unnatürlichen Laster unvergleichlich mehr, als sie unter den Menschen entwickelt sein können (der Hl. Basilius d. Gr. bezeichnet den gefallenen Geist als Urheber leidenschaftlicher körperlicher Schwächen. Gebete von der Befleckung). Es fiel vom Himmel, sagt der Prophet über den gefallenen Cherubim, der am Morgen erscheinende Morgenstern; er wurde auf der Erde zerschmettert. Du sprachst in deinem Geist: zum Himmel steige ich empor, höher als die himmlischen Sterne erhebe ich meinen Thron, und werde ähnlich dem Allerhöchsten. Nun aber steigst du zur Hölle herab und zu den Gründen er Erde, verworfen wirst du in den Bergen wie ein Toter (Jes.14, 12.13.14.15.19).
Die gefallenen Geister enthalten in sich den Anfang aller Sünden und versuchen die Menschen in alle Sünden hereinzuziehen, um sie dem Verderben zu überantworten. Sie ziehen uns in verschiedenartige sinnliche Lüste, in Habsucht, in Ruhmsucht, sie malen uns die Gegenstände dieser Leidenschaften mit buntesten Farben aus. Insbesondere bemühen sie sich, uns in Stolz zu verwickeln, von dem wie Pflanzen aus den Samen die Feindschaft gegen Gott und Gotteslästerung aufblüht. Die Sünde der Gotteslästerung, welche das Wesen jeglicher Häresie ausmacht, ist die schwerste Sünde. Diese Sünde ist eigentlich den verworfenen Geistern eigen und stellt ihre kennzeichnendste Eigenschaft dar. Die gefallenen Geister versuchen alle Sünden mit einer angenehmen Maske zu verdecken, die in den asketischen Schriften Rechtfertigung genannt wird (Hl. Abbas Dorotheos, Belehrung darüber, daß man nicht seinen Geist erstellen soll). Das tun sie mit dem Ziel, die Menschen einfacher zu überlisten, damit sie leichter auf die Annahme der Sünde eingehen. Ebenso verfahren sie mit der Gotteslästerung: sie versuchen, sie mit einer prächtigen Bezeichnung zu verdecken, mit aufgeblasener Rhetorik, erhabener Philosophie. Eine furchtbare Waffe in der Hand der Geister ist die Häresie! Mit Hilfe der Häresie haben sie ganze Völker ins Verderben gejagt, haben ihnen unbemerkbar für sie das Christentum entwendet, indem sie es durch eine gotteslästerliche Lehre ersetzten, die todbringende Lehre durch die Bezeichnung eines gereinigten, wahren, wiederhergestellten Christentums verzierten. Häresie ist Sünde, die überwiegend im Verstand begangen wird. Diese im Verstand angenommene Sünde wird dem Geist mitgeteilt, über den Körper ergossen, und sie besudelt unseren Körper selbst, der die Fähigkeit der Heiligung durch die Gemeinschaft mit der Göttlichen Gnade und die Fähigkeit der Beschmutzung und Ansteckung durch die Gemeinschaft mit den gefallenen Geistern besitzt. Diese Sünde ist kaum bemerkbar und kaum verständlich für diejenigen, die das Christentum nicht mit Bestimmtheit kennen, weshalb sie in ihre Netze leicht Einfachheit, Unwissenheit, gleichgültiges und oberflächliches Bekenntnis des Christentums einfängt. Zeitweise waren von der Häresie die heiligen Ioannikios d. Gr., Gerasim von Jordan eingefangen wie auch einige andere gottgefällige Menschen. Wenn heilige Männer, die ihr Leben ausschließlich in der Sorge um ihr Heil verbrachten, nicht sofort die Gotteslästerung erkennen konnten, die mit einer Maske bedeckt war: was soll man dann von denen sagen, die ihr Leben in weltlichen Sorgen verbringen, ein unvollständiges Verständnis vom Glauben besitzen, ja gar ein mangelhaftes? Wie können sie die todbringende Häresie erkennen, wenn sie ihnen in der schönen Maske von Weisheit, Gerechtigkeit und Heiligkeit erscheint? Das eben ist der Grund, aus dem heraus sich ganze menschliche Gemeinschaften und ganze Völker dem Joch der Häresie beugten. Aus eben denselbem Grunde bereitet auch die Bekehrung aus der Häresie zur Orthodoxie derartige Schwierigkeiten, ja ist wesentlich beschwerlicher als aus dem Unglauben und dem Götzendienst. Häresien, die der Gottlosigkeit näherkommen, sind leichter zu erkennen und zu verlassen, als Häresien, die sich weniger vom orthodoxen Glauben entfernt haben und deswegen verdeckter sind. Der römische Kaiser, der apostelgleiche Große Konstantin, schrieb einen Brief an den heiligen Alexander, den Patriarchen von Alexandrien, der den Häresiarchen Arius bloßgestellt hatte, indem er ihn aufforderte die Diskussionen einzustellen, die den Frieden wegen leerer Worte störten. Mit diesen Worten, die leer genannt wurden, wurde die Gottheit unseres Herrn Jesus Christus verworfen, wurde das Christentum vernichtet (Kirchengeschichte Fleuri. Bd. 1, Buch 10, Kap. 42). So wurde das Unwissen selbst in einem heiligen Manne, einem Eiferer der Frömmigkeit, durch die ihm unverständliche List der Häresie getäuscht.
Als eine schwere, tödliche Sünde wird die Häresie schnell und entschieden geheilt, als Sünde des Verstandes, durch die ehrliche, aus ganzem Herzen hervorgehende Übergabe an das Anathema. Der heilige Johannes Klimakos sagte: “Die heilige allgemeine Kirche nimmt Häretiker auf, wenn diese ihre Häresie aufrichtig dem Anathema übergeben (Rede 15, Kap. 49), und würdigt sie unverzüglich der heiligen Mysterien, wogegen sie die in Unzucht gefallenen, auch wenn sie ihre Sünde bekannt und davon abgelassen haben, nach den apostolischen Regeln auf lange Jahre von den heiligen Mysterien zu bannen gebietet.” (Konzil von Laodizäa, Regel 6). Der von der körperlichen Sünde hinterlassene Eindruck bleibt im Menschen auch nach der Bekenntnis der Sünde und dem Ablassen davon zurück; der von der Häresie erzeugte Eindruck wird nach deren Ablehnung sofort vernichtet. Die aufrichtige und entschiedene Überantwortung der Häresie an das Anathema ist ein Heilmittel, das die Seele endgültig und vollständig von der Häresie befreit. Ohne dieses Heilmittel verbleibt das Gift der Gotteslästerung im menschlichen Geist und hört nicht auf, ihn durch Mißverständnisse und Zweifel zu erschüttern, die durch das unverminderte Mitgefühl zur Häresie hervorgebracht werden; es verbleiben Gedanken, die sich wider den Geist Christi erheben (2. Kor. 10, 5); sie machen das Heil schwer zugänglich für den von ihnen Besessenen, für den von Ungehorsam und Widerstand gegen Christus Befallenen, der mit Satan Gemeinschaft pflegte. Als der selige Bischof von . Theodoret vor den Vätern des vierten Ökumenischen Konzils stand, mit dem Wunsch sich hinsichtlich der gegen ihn erhobenen Anschuldigungen zu verteidigen, verlangten die Väter von ihm zunächst, daß er den Häresiarchen Nestorius dem Anathema überantworte. Theodoret lehnte wohl den Nestorius ab, aber nicht so entschieden wie die Kirche ihn verwarf, und er wollte dies darlegen. Die Väter verlangten von neuem, daß er entschieden, ohne Umschweife, Nestorius und dessen Lehre dem Anathema übergebe. Wieder äußerte Theodoret den Wunsch sich zu erklären, doch die Väter verstanden wieder auf dem Anathema gegen Nestorius und drohten andernfalls, Theodoret selbst als Häretiker anzuerkennen. Theodoret rief das Anathema gegen Nestorius aus und gegen alle häretischen Lehren der Zeit. Da verherrlichten die Väter Gott, erklärten Theodoret zum orthodoxen Hirten und Theodoret verlangte schon keine Erklärungen mehr, nachdem er aus seiner Seele die Ursachen für die Notwendigkeit von Erklärungen ausgemerzt hatte (Fleuri, Geschichte des Christentums, t.2, B. 20, Kap 24). So geschaffen ist das Verhältnis des menschlichen Geistes gegenüber der schrecklichen Krankheit der Häresie.
Nachdem wir heute die bedrohliche Ausrufung des geistlichen Heilmittels gehört haben, nehmen wir dieses in seiner wahren Bedeutung an, legen es an unsere Seelen und lehnen aufrichtig und entschieden jene verderblichen Lehren ab, welche die Kirche zu unserem Heil mit dem Anathema schlägt. Wenn wir sie auch immer abgelehnt haben, so werden wir durch die Stimme der Kirche in ihrer Ablehnung gefestigt. Geistliche Freiheit, Leichtigkeit, Kraft, die wir zweifellos in uns verspüren, bezeugen vor uns die Richtigkeit der kirchlichen Handlung und die Wahrheit der von ihr verkündeten Lehre.
Die Kirche verkündet: “diejenigen, die ihren Verstand dem Gehorsam gegenüber der Göttlichen Offenbarung unterordnen und für sie gekämpft haben, preisen wir selig und rühmen wir; die aber die sich der Wahrheit widersetzen, wenn sie nicht Buße getan haben vor dem Herrn, Der ihrer Bekehrung und Reue harrte, wenn sie nicht der Heiligen Schrift und Überlieferung der ursprünglichen Kirche folgen wollten, schließen wir aus und anathematisieren”. “Denen, die das Sein Gottes leugnen, und behaupten, diese Welt sei selbständig, daß alles in ihr ohne die Vorsehung Gottes geschehe, dem Zufall nach: Anathema”. “Denen, die sagen, daß Gott kein Geist sei, sondern Ding, ebenso denen, die Ihn nicht als Gerecht, Barmherzig, allweise, allwissend anerkennen und ähnliche Lästerungen aussprechen – Anathema”.
“Denen, die wagen zu behaupten, daß der Sohn Gottes nicht einwesentlich und einer Ehre mit dem Vater ist, ebenso auch der Heilige Geist – die nicht bekennen, daß Vater, Sohn und Heiliger Geist – ein Gott ist: Anathema”.
“Denen, die sich gestatten zu sagen, daß zu unserem Heil und unserer Reinigung von den Sünden die Ankunft des Gottessohnes im Fleische, Seine freiwilligen Leiden, Tod und Auferstehung nicht notwendig sei, Anathema”.
“Denjenigen, die die vom Evangelium verkündete Gnade der Erlösung als einzigem Mittel zu unserer Rechtfertigung vor Gott nicht annehmen: Anathema”.
“Denjenigen, die zu sagen wagen, daß die Allerheiligste Jungfrau Maria vor der Geburt, in und nach der Geburt nicht Jungfrau war: Anathema”.
“Denjenigen, die nicht glauben, daß der Heilige Geist die Propheten und Apostel inspirierte, uns durch sie den wahren Weg zur Rettung gewiesen und durch Wunder besiegelt hat, daß Er auch jetzt in den Herzen der treuen und wahren Christen wohnt und sie in jeglicher Wahrheit unterweist: Anathema”.
“Denjenigen, die die Unsterblichkeit der Seele, das Ende der Zeiten, das künftige Gericht und ewige Vergeltung für die Tugenden in den Himmeln verwerfen und für die Sünden Verurteilung: Anathema”.
“Denjenigen, die die Mysterien der Kirche Christi ablehnen: Anathema”.
“Denjenigen, die die Konzile der heiligen Väter und ihre mit der Göttlichen Offenbarung übereinstimmenden Überlieferungen, die von der orthodoxen allgemeinen Kirche bewahrt werden, ablehnen: Anathema”. (Ritus am Sonntag der Orthodoxie).
Die Göttliche Wahrheit wurde Mensch, um uns durch Sich zu retten, die wir durch die Annahme und Aneignung mörderischer Lüge verloren waren. Wenn ihr in Meinem Wort verweilt, kündet sie, wenn ihr Meine Lehre annehmt, und ihr treu seid, werdet ihr wahrlich Meine Jünger sein, und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien (Jo. 8, 31.32). Der Lehre Christi treu sein kann nur der, der mit Entschiedenheit ablehnt, und ständig alle Lehren verwirft, die von verworfenen Geistern und Menschen ausgedacht wurden und werden, die der Lehre Christi, der Lehre Gottes, feindselig gegenüberstehen, und deren Ganzheit und Unantastbarkeit untergraben. In der unantastbaren Ganzheit wird die offenbarte Lehre Gottes einzig und ausschließlich im Schoße der Orthodoxen Östlichen Kirche bewahrt. Amen.