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Hochfest der Verklärung
Metamorphosis - Hochfest der Verklärung des Herrn
Gefeiert am 08. August

 

 

Das Hochfest der „Metamorphosis“ geht auf eine Kirchweihe einer im vierten Jahrhundert von der Kaiser-Mutter Helena gestifteten Kirche auf dem Berg Tabor zurück. Es ist im Gegensatz zu den übrigen Hochfesten kein Volksfest und kein Familienfest geworden, dafür fühlen sich viele Gläubige umso inniger zu diesem stillen Fest hingezogen. Ist es ihnen doch ein hochwillkommener Anlass, sich des Sinnes und Zieles ihres Lebens zu vergewissern. Denn wie auf einer Bergwanderung im Nebel bisweilen der blaue Himmel durchbricht und einen Blick auf den noch zu erklimmenden sonnenbestrahlen Gipfel freigibt, so wurde den Jüngern hier auf dem Tabor für einen kurzen Augenblick etwas von der Herrlichkeit der Schau Gottes erfahrbar, zu der zu gelangen die Bestimmung und die Sehnsucht unseres christlichen Lebens ist und die wir erreichen, wenn wir im geduldigen Aufstieg durch Leiden und Mühen das Ziel nicht aus dem Sinne lassen, auch wenn es uns meist durch Nebel verdeckt ist. Was aber im Nebel zumeist verborgen bleibt, ist jetzt schon und nicht erst in Zukunft die unvergängliche Wirklichkeit. Darum war es den orthodoxen Mönchsvätern im 14. Jahrhundert (u.a. Gregor von Palamas, Erzbischof von Thessaloniki) wichtig, in Auseinandersetzung mit einem humanistischen Rationalismus festzuhalten, dass das von den Jüngern auf dem Thabor geschaute Licht nicht nur ein psychologisch erklärbares Phänomen war, sondern Gott, das ungeschaffene Licht selbst, das am Ende unseres Lebens von uns allen erfahren werden wird in dem Maße, wie ein jeder dazu bereit sein wird. Darauf spielt unser Festtropar an, und Ephraim der Syrer bezeugt es in einem seiner Hymnen mit den Worten: „Wie ein jeder das Auge im Diesseits gereinigt hat, so wird er dort schauen können die Herrlichkeit des Allerhöchsten. Wie ein jeder das Ohr im Diesseits geöffnet hat, so wird er dort fassen können seine Weisheit. Wie ein jeder sein Inneres im Diesseits weit gemacht hat, so wird er dort aufnehmen können von seinen Schätzen.“ (Sergius Heitz: Mysterium der Anbetung 1).

Tropar, 7. Ton
Du wurdest verklärt auf dem Berge, Christus Gott, und zeigtest Deinen Jüngern Deine Herrlichkeit, soweit sie diese zu ertragen vermochten. Laß strahlen auch uns Sündern Dein ewiges Licht auf die Fürbitten der Gottesgebärerin, Spender des Lichtes, Ehre Dir!

Kondak: 7. Ton
Auf dem Berge wurdest Du verklärt, Christus Gott. Und die Jünger schauten Deine Herrlichkeit, soweit sie diese ertrugen, auf daß sie das freiwillige Leiden zu erkennen vermöchten, wenn sie Dich gekreuzigt sähen, der Welt aber verkündeten, daß Du in Wahrheit bist der Abglanz des Vaters.

 


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