Ikone der Geburt des Herrn
Hochfest der Geburt des Herrn
Gefeiert am 25. Dezember

 

 

Das Geburtsfest Christi, vermutlich im zweiten Jahrhundert in Alexandrien entstanden, wurde zunächst als Epiphaniefest am 5./6. Januar gefeiert, zusammen mit der Anbetung Christi durch die Magier, seiner Taufe und in Rom mit seinem ersten öffentlichen Auftreten bei der Hochzeit zu Kana. Um die Mitte des 4. Jahrhunderts trennte man in Rom das Geburtsfest Christi von Epiphanien und verlegte es auf den Feiertag des „Sol invictus“ (der unbesiegbaren Sonne), der im römischen Reich am 25. Dezember festlich begangen wurde. Rund fünfzig Jahre später ist dann das vorgezogene Geburtsfest in Konstantinopel von Johannes Chrysostomus erstmals zelebriert worden. Die Predigt dieser ersten Feier ist uns noch erhalten.

Das Fest der Geburt Christi trägt im Osten von Anfang an andere Akzente als im Westen. Im Osten ist mit der Feier der Geburt und Fleischwerdung des Erlösers als der wahren Sonne der Gerechtigkeit (Mt 3,1-2) von Anfang an auch seine Akklamation durch die Vertreter der Heidenwelt (Magier) verbunden. Wichtiger noch ist ein anderes Moment: das Lichtmysterium dieses Festes wird im Osten anders gefasst und empfunden als in der Volksfrömmigkeit des Abendlandes. Hier hat sich im Laufe der Geschichte immer mehr die Tendenz entwickelt, mit einem milden, süßen Lichtzauber die raue Wirklichkeit zu verschleiern. So wird das Mysterium zur Verschleierung. Anders das orthodoxe Fest der Geburt Christi, das nichts von einer milden Romantik an sich trägt. Hier leuchten vielmehr in einem kaum ertragbar klaren Licht die harten Paradoxien des Glaubens auf, die Vernunft und Verstand unfassbar erscheinen: Gott wurde Mensch, ohne sein Gottsein preiszugeben; der Unbegrenzbare hat sich selbst begrenzt; der Reiche wurde arm; der Allerhöchste hat sich erniedrigt zu unserem Heil. Das Mysterium ist hier keine Verschleierung der Wirklichkeit, sondern eine alles Verstehen übersteigende Realität, die den Gläubigen zumutet, die dumme und störrische Selbstgerechtigkeit abzulegen und einzustimmen in den Chor der Engel und Heiligen, die die Größe der Herablassung Gottes verherrlichen, und sich dadurch verwandeln zu lassen.

Tropar, 4. Ton
Deine Geburt, Christus unser Gott, ließ erstrahlen der Welt das Licht der Erkenntnis; denn es wurden die Verehrer der Gestirne von einem Sterne belehrt, Dich anzubeten als die Sonne der Gerechtigkeit und Dich zu erkennen als den Aufgang aus der der Höhe. Herr, Ehre Dir.

Kondak, 3. Ton
Die Jungfrau gebiert heute den, der über allem Sein ist, und die Erde bietet eine Höhle dem Unfassbaren. Die Engel lobpreisen mit den Hirten, die Weisen wandern dem Sterne nach. Denn für uns ist geboren das kleine Kind, der urewige Gott.

 

INTERESSANTES UND WISSENSWERTES

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Im Glossar finden Sie wichtige Fachbegriffe, die für das Verständnis der Gottesdienste hilfreich sein können.

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Der Schmale Pfad. Orthodoxe Quellen und Zeugnisse. Vierteljährlich erscheinende Schriftensammlung mit Materialien zum orthodoxen Christentum, herausgegeben von Johannes Alfred Wolf.

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Eine Klosterkirche entsteht. Der Klosterhof der Spyridon-Skite baut in Unterufhausen eine Klosterkirche zu Ehren der Verkündigung und des hl. Justin von Celije. Spenden für den Kirchbau werden erbeten.

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Paterikon

"Paterikon" - eine Kinderbuchreihe des Potamitisverlags, die in verschiedenen Sprachen erhältlich ist und kleine Geschichten aus dem Buch der Väter, der Heiligen und aus dem Kirchenjahr vorstellt.

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