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3. Vorfastensonntag
3. Vorfastensonntag - Sonntag des Jüngsten Gerichts

 

Dieser Sonntag wird auch Herrntag der Fleischentsagung genannt, weil mit der Vesper am Sonntagabend die Fleischenthaltung beginnt. Der Verzicht auf Fleisch während des Fastens ist vor allem auch als Zeichen der Hoffnung auf das endzeitliche Friedensreich Gottes zu verstehen, wo nach Jes 11: 6-9 sich die Geschöpfe nicht mehr gegenseitig töten und fressen werden. Unser Fasten antizipiert dieses Friedensreich im Sinnbild des Glaubens. Die Apostellesung betont wiederum die christliche Freiheit allen religiösen Speisevorschriften gegenüber: „Brüder, Speise wird uns nicht vor Gott bestehen machen; weder fehlt uns etwas, wenn wir nicht essen, noch gewinnen wir etwas, wenn wir essen“ (1 Kor 8:8). Die Grenze dieser Freiheit ist jedoch das Gewissen unseres Nächsten, wenn er daran Anstoß nimmt, d. h. wenn er sich dadurch verführen lässt, zu tun, was ihm schadet. Das Evangelium breitet das Gleichnis vom Letzten Gericht (Mt 25,31ff) aus, wo die Erwählten von den Verworfenen gesondert werden, wie am Abend eines Tages der Hirt die Schafe von den Ziegenböcken sondert. Bei diesem Gericht wird allen, Erwählten wie Verworfenen, nach ihrem Tun Heil oder Unheil zuteil; sie aber erkennen erst jetzt, dass ihr Tun, das dem bedürftigen Mitbruder galt, Christus, den Richter, Selbst betraf. Hiermit wird eindrücklich betont, dass man Gottes Barmherzigkeit nicht erhoffen kann, wenn man den Mitmenschen gegenüber unbarmherzig und hart ist. Die Troparien halten fest, dass wir, an diesem Maßstab gemessen, alle vor Gott schuldig sind; wir können nur bitten um Sein unverdientes Erbarmen. Prokimenon und Alleluja-Verse preisen Gottes Macht, Weisheit und Güte. (Sergius Heitz: Mysterium der Anbetung 1.)

Kondak, 1. Ton
Wenn Du, o Gott, kommen wirst auf Erden in Herrlichkeit, wird das All erzittern und von Deinem Richterstuhl ein Feuerstrom ausgehen, die Bücher werden geöffnet und das Verborgene offenbar. Dann errette mich aus dem nie erlöschenden Feuer und würdige mich, zu Deiner Rechten zu stehen, gerechtester Richter!

 


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