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Die Heilige und Hohe Woche
Die Heilige und Hohe Woche

 

Am Abend des Herrntages der Palmen beginnt die Heilige und Hohe Woche des Leidens des Herrn. Die Kirche gibt den Gläubigen Gelegenheit, in täglichen Diensten das Evangelium von Tod und Auferstehung des Herrn sich zu eigen zu machen. An den ersten drei Tagen dieser Woche findet gemäß dem Typikon jeden Abend eine Liturgie der Vorgeweihten Gaben statt mit Lesungen aus Exodus und Hiob und einem Stück aus dem Passionsevangelium. In griechischen Parochien wird an diesen Tagen meist nur der Orthros gefeiert mit der Lesung des Morgenevangeliums. Diese Feier wird „Dienst des Bräutigams“ genannt nach dem Troparion, das mit den Worten beginnt: „Siehe, der Bräutigam kommt inmitten der Nacht“.
Am Heiligen und Hohen Donnerstag wird die Vesper mit der Basilius-Liturgie verbunden gefeiert. Man sollte die Feier wieder dahin legen, wo sie hingehört: auf den Donnerstagabend. Im späteren Abend, d.h. nach einer kurzen Pause, folgt dann der Orthros des Heiligen und Hohen Freitags mit der Lesung der zwölf Passionsevangelien.
Der Heilige und Hohe Freitag ist ein liturgieloser Tag. Es werden an diesem Tag aber auch in Pfarrkirchen die Horen gehalten, das sog. Königliche Stundengebet, und in der Vesper wird die Grablegung Christi gefeiert, wobei nach dem Gesang der Aposticha das Epitaphion (Grabtuch Christi) ins Kirchenschiff getragen und mit Blumen und Düften geschmückt wird als Sinnbild der Grablegung Christi.
Nach Einbruch der Nacht wird dann der Orthros des Heiligen und Hohen Sabbat gehalten mit dem Osterlob der Frauen am Grabe und den Auferstehungs-Evlogitarien.
Die Vesper des Heiligen und Hohen Sabbat ist wiederum mit der Basilius-Liturgie verbunden. Sie sollte nicht, wie vielerorts üblich, am Samstagmorgen gefeiert werden, sondern gehört zum Samstagabend als die eigentliche Feier des österlichen Pascha (Transitus vom Tod zum Leben), d.h. des Sieges Christi über den Tod. In diese Vesper werden vor Apostel und Evangelium 15 alttestamentliche Lesungen vorgetragen. Während dieser Lesungen wurden in altkirchlicher Zeit die Taufen vollzogen. Nach der Apostellesung wird anstelle der Alleluia-Verse das Auferstehungsevangelium durch den feierlichen Vortrag von Psalm 81 mit einem Kehrvers vorbereitet.
Anstelle des Cherubikons wird ein älterer Hymnus zum Großen Einzug gesungen. Die Ostermetten, zu denen erst die Masse des Volkes strömt, sind gleichsam die öffentliche Verkündigung der Auferstehung Christ. Nach der Lesung des Osterevangeliums vor der Kirchentür wird erstmals das Osterttropar angestimmt: „Christus ist erstanden von den Toten…“. Es folgt der Osterkanon, die Auferstehungs-Stichiren und die Pascha-Stichiren. Danach wird mancherorts die dem hl. Johannes Chrysostomus zugeschriebene katechetische Osterrede stehend angehört. Am Ende der Feier wird der Osterkuss ausgetauscht. In den meisten Gemeinden und Familien schließt sich an die Ostermetten eine Agapifeier an, denn nun ist das Fasten beendet.

 


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