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Thomassonntag
2. Sonntag nach Pas'cha - Thomassonntag

 

An diesem Herrntag wird erstmals die Paschafeier vollzogen, wie sie an allen Herrntagen bis Himmelfahrt gefeiert wird. Dabei wird das Festmysterium jetzt vor allem mit Hinsicht auf die wachsende Glaubenserkenntnis der österlichen Gemeinde meditiert. So kommt auch das begrenzte Fassungsvermögen der menschlichen Natur in den Blick: Nur durch das Wunder der Erscheinung des Herrn selbst, der seine Auferstehung und sein Dasein für uns sinnenfällig macht, vermag die menschliche Beschränktheit sich zum Bekenntnis des Thomas zu erheben: „Mein Herr und mein Gott!“ In der Feier der Kommunion wird auch uns die Gegenwart des Herrn leiblich hinter den Zeichen der sakramentalen Mysterien erfassbar. Das Thomas-Bekenntnis aber ist nicht der Endpunkt, sondern erst der Anfang der Gotteserkenntnis. In den acht Wochen zwischen Ostern und Pfingsten werden die Gläubigen hineingenommen in einen Wachstumsprozess, in dem der Glaube und das Leben in Christus vertieft werden sollen bis zur Erkenntnis der Offenbarung der Dreieinheit Gottes im Heiligen Geist.
Das beschränkte Fassungsvermögen der menschlichen Natur, das auch den Zweifel einschließt, wird vom Herrn nicht verurteilt, sondern angenommen und in Liebe und Geduld der Wahrheit überführt.
Nur darum können auch wir in das Bekenntnis einstimmen: „Mein Herr und mein Gott!“

Tropar, 7. Ton
Obgleich das Grab versiegelt war, gingest du hervor aus der Gruft, Christus, Gott unser Leben; obgleich die Türen fest verriegelt waren, kamst du herein zu den Jüngern, du, die Auferstehung aller. Durch sie erneuerst du den rechten Geist in uns nach deinem großen Erbarmen.


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